Ein Kodex für die Arbeit des Jugendamtes

I. Dies kritisieren wir:

Mitarbeiter des Jugendamtes Nürnberg verhalten sich oft diskriminierend gegen Väter, Männer und Jungen. Wir sehen darin eine Verletzung von Art. 3 Abs. 3 des Grundgesetzes der Bundesrepublik Deutschland. Darüber hinaus verletzt das Jugendamt häufig ohne Notwendigkeit das Grundrecht des Kindes auf Erziehung durch beide Eltern sowie seine verfassungsmäßige Pflicht zum Schutz der Familie nach Art. 6 Abs. 1 GG, die Rechte von Kindern und Eltern nach Art. 2, 3 und 5 GG und seine Pflichten aus § 17 des Sozialgesetzbuches VIII. Wiederholte und regelmäßige Diskriminierung gegen Väter, Männer und Jungen stellen wir in folgenden Punkten fest, welche wir durch entsprechende Unterlagen, Fallbeispiele und Erfahrungsberichte Betroffener dokumentiert haben:

1. Nach Trennung oder Scheidung werden Väter aufgrund von Stellungnahmen des Jugendamtes an die Gerichte weitgehend aus der Erziehung ihrer Kinder ausgeschlossen.

2. Die Entscheidungsfindung des Jugendamtes ist meist nicht transparent, und wird Vätern nicht erläutert, sondern lapidar mit dem Hinweis auf das Kindeswohl ohne jegliche weitere Begründung gerechtfertigt. Regelmäßig fehlt jeglicher Hinweis auf eine wissenschaftliche Grundlage für die Beurteilung von Kindeswohlgefährdung. Nach welchen Kriterien das Jugendamt Gefährdungen des Kindeswohls feststellt, vermutet oder unterstellt, ist meist nicht nachvollziehbar, so dass dies den Betroffenen als Willkürentscheidung erscheinen muss. Das Kindeswohl betreffende Beurteilungen werden meist nach einem kurzen Gespräch mit Kindern, Müttern und Vätern getroffen, sofern diese überhaupt angehört werden. Dabei fällt auf, dass in den meisten Fällen die Residenz des Kindes bei der Mutter als einzige dem Kindeswohl entsprechende Regelung dargestellt wird.

3. Das Jugendamt ist in der Darstellung der ihm zur Kenntnis gebrachten Tatsachen gegenüber den Gerichten oft selektiv zu Gunsten der Mütter und zum Nachteil der Väter, und dies zum Teil in einem Ausmaß, welches einer Parteinahme für einen Elternteil gleichkommt, obwohl das Jugendamt gesetzlich verpflichtet ist, beide Elternteile bei der Erziehung ihrer Kinder gleichermaßen zu unterstützen, und sich nicht zum Anwalt eines Elternteils zu machen.

4. Das Jugendamt bietet viele Kurse, Veranstaltungen und Beratungen für Frauen und Mädchen an, einige für Paare und Familien, aber kaum welche für Jungen, Männer und Väter. Dies geht sogar so weit, dass das Jugendamt Beratung für Mütter durch Rechtsanwälte aus Steuergeldern subventioniert, während Väter für ihre Rechtsberatung aus eigenen finanziellen Mitteln aufkommen müssen.

5. Gerade in Trennungs- und Scheidungssituationen, in denen sowohl Frauen als auch Männer oft besonders der Beratung und Unterstützung bedürfen, werden Väter vom Jugendamt alleingelassen, Mütter hingegen auch noch dazu ermuntert und darin unterstützt, die Rechte der Väter zu missachten, die Väter zusätzlich zu belasten und aus dem Leben der Kinder weiter auszugrenzen.

6. Müttern, die das Sorgerecht mit den Vätern ihrer Kinder teilen wollen, wird vom Jugendamt davon abgeraten.

7. Das Jugendamt verhält sich grundsätzlich ablehnend gegenüber dem Wechselmodell der zeitlich gleichgestellten Betreuung durch beide getrennt lebenden Elternteile, obwohl dieses grundsätzlich dem Grundrecht des Kindes auf Erziehung durch beide Eltern sowie dem Recht und der Pflicht der Eltern, sich gleichermaßen an der Erziehung und Versorgung der Kinder zu beteiligen, am besten entspricht.

8. Das Jugendamt stellt den Willen der Mütter über die Rechte der Kinder und die Rechte der Väter.

9. Das Jugendamt ahndet, wenn überhaupt, durch Mütter verübte Umgangsvereitelung nur sehr zurückhaltend.

10. Das Jugendamt verwehrt Vätern Einsicht in die über ihre Kinder geführten Akten.

II. Deshalb fordern wir:

Allen Kindern beide Eltern!

Leitung und Mitarbeiter des Jugendamtes haben jegliche negative oder positive Diskriminierung von Vätern oder Müttern, Jungen oder Mädchen zu unterlassen, und das Erziehungsrecht beider Eltern und das Recht des Kindes auf beide Eltern zu respektieren, zu schützen und umzusetzen!

Solange es keine nachgewiesenen Gründe gibt, eine tatsächliche konkrete und akute Gefährdung des Kindes durch einen oder beide Elternteile anzunehmen, hat das Jugendamt nicht nur alles zu unterlassen, was einer Wahrnehmung des Sorgerechts inklusive aller Teilsorgerechte (Aufenthaltsbestimmungsrecht, Alltagssorge, Gesundheitssorge und Vermögenssorge) sowie des Umgangsrechts durch beide Elternteile als gleichgestellte und gleichberechtigte Partner in der Erziehung der gemeinsamen Kinder entgegenwirken könnte, sondern vielmehr beide Eltern aktiv dazu anzuhalten und darin zu unterstützen, alle diese Rechte gemeinsam im gegenseitigen Einvernehmen auszuüben; auch dann, wenn ein Elternteil die gemeinsame Ausübung eines oder mehrere dieser Rechte ablehnt. Alles andere stellt eine Verletzung der Grundrechte von Kindern und Eltern dar!

In der Praxis muss das Jugendamt diese Ziele durch folgende Maßnahmen verfolgen:

1. Die Rechte des Kindes und die Rechte der Eltern nach Art. 6 Abs. 1, 2, 3 und 5 GG haben bei allen Amtshandlungen des Jugendamtes absolute Priorität.

2. Bei allen Beratungs- und Förderungsangeboten für Kinder und Erwachsene wird der Gleichbehandlungsgrundsatz nach Art. 3 Abs. 3 GG konsequent befolgt. Alle Angebote des Jugendamtes stehen entweder sowohl Männern als auch Frauen, Jungen als auch Mädchen offen, oder es werden für beide Geschlechter stets gleichwertige Angebote geschaffen.

3. Das Jugendamt wirkt nach besten Kräften auf eine außergerichtliche Lösung von Differenzen zwischen Elternteilen mit dem Ziel einer gemeinsamen Lösung aller Erziehungs- und Sorgerechtsfragen durch die Eltern als gleichgestellte Partner in der Erziehung ihrer Kinder hin.

4. In familiengerichtlichen Verfahren beschränkt sich das Jugendamt ausschließlich auf die wertungsfreie Darstellung konkreter nachweisbarer Beobachtungen und Fakten und verzichtet auf Empfehlungen an das Gericht, einen Beschluss zugunsten oder zur Benachteiligung eines Elternteils zu fassen.

5. In allen Fällen von getrennt lebenden Eltern arbeitet das Jugendamt auf die Umsetzung des Wechselmodells als dem den Rechten des Kindes und der Eltern am besten entsprechenden Standard hin, unabhängig von abweichenden Wünschen eines oder beider Elternteile, sofern nicht konkrete und unabweisbare Gründe für ein Residenzmodell oder die Einschränkung des Sorge- oder Umgangsrechts eines oder beider Elternteile dem entgegenstehen. Im letzteren Fall liegt die Beweislast ausschließlich beim Jugendamt.

6. In Fällen, in denen das Wechselmodell zum gegenwärtigen Zeitpunkt unter den in Punkt 5 genannten Voraussetzungen nicht umgesetzt werden kann, empfiehlt das Jugendamt den Eltern und dem Familiengericht eine vom Wechselmodell abweichende Betreuungsform für einen Zeitraum von längstens einem Jahr, während dessen das Jugendamt alle ihm zur Verfügung stehenden Maßnahmen ergreift, um einen möglichst ausgewogenen Umgang des Kindes mit beiden Eltern sicherzustellen. Während dieser Zeit arbeitet das Jugendamt mit beiden Eltern nach besten Kräften darauf hin, nach Ablauf dieses Jahres die Betreuung in Form eines Wechselmodells zu ermöglichen.

7. Das Jugendamt bietet regelmäßig Informationsveranstaltungen für Trennungseltern an, in welchem es die Eltern auf die Rechte des Kindes und ihre gemeinsame Erziehungsverantwortung hinweist. Es hält die Eltern zur Teilnahme an dem Kurs “Kinder im Blick” an. Bei allen Gesprächen mit Erziehungsberechtigten weist das Jugendamt diese auf das Wechselmodell als das vorrangig anzustrebende Betreuungsmodell für Kinder getrennt lebender Eltern hin.

8. In familiengerichtlichen Verfahren eröffnet das Jugendamt beiden Eltern die an das Familiengericht gerichtete Stellungnahme vor Zustellung an das Familiengericht und gibt beiden Eltern mit zweiwöchiger Frist Gelegenheit, sich schriftlich zu dieser Stellungnahme zu äußern. Erst nach Ablauf dieser Frist gibt das Jugendamt seine Stellungnahme zusammen mit den bis zum Ablauf dieser Frist eingegangenen schriftlichen Äußerungen der Eltern an das Gericht weiter.

9. Das Jugendamt ermöglicht Erziehungsberechtigten jederzeit zu Gesprächen mit Mitarbeitern des Jugendamtes nach Befreiung von der Schweigepflicht durch einen Erziehungsberechtigten ein Mitglied des “Väter-Netzwerk e. V.” oder des “Interessenverbandes Unterhalt und Familienrecht e. V. (ISUV)” als Beistand hinzuzuziehen.

10. Das Jugendamt erstellt in Kooperation mit Vertretern des Vereins “Väter-Netzwerk e. V.” und Vertretern des “ISUV-Arbeitskreises Kinderrechte” einen Kriterienkatalog, welcher den Mitarbeitern des Jugendamtes verbindliche Richtlinien zur Einschätzung von Kindeswohlgefährdung zur Verfügung stellt.

11. Das Jugendamt ermöglicht auf Antrag allen sorgeberechtigten Elternteilen zu jeder Zeit unverzüglich uneingeschränkte Einsicht in alle beim Jugendamt über ihre Kinder geführten Akten.

12. Das Jugendamt ergreift bei Umgangsvereitelung unverzüglich Maßnahmen, welche einen ungehinderten Umgang des Kindes mit beiden Elternteilen sicherstellt. Gleiches gilt für den Umgang des Kindes mit Großeltern, Geschwistern und Halbgeschwistern.

13. Das Jugendamt stellt sicher, dass alle Mitarbeiter des Allgemeinen Sozialdienstes mindestens einmal jährlich an einer Fortbildungsveranstaltung zu Fragen der Entwicklungspsychologie von Trennungskindern und dem Schutz der Rechte von Kindern und Eltern teilnehmen. Das “Väter-Netzwerk e. V.” und der “ISUV-Arbeitskreis Kinderrechte” unterstützen das Jugendamt dabei durch Vermittlung von Referenten und Hinweise auf Literatur.

Wir rufen Sie ausdrücklich zur Stellungnahme zu folgenden Fragen auf:
– Ist die Kritik am Jugendamt berechtigt?
– Haben Sie ähnliche Erfahrungen gemacht?
– Sind die Forderungen an das Jugendamt realistisch?
– Unterstützen Sie die Forderungen?

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Über isuv

ISUV-Bundesvorsitzender ISUV - Trennung/Scheidung, Ende einer Beziehung, aber auch Chance zum Neuanfang
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8 Antworten zu Ein Kodex für die Arbeit des Jugendamtes

  1. Pingback: Diese Petition unterzeichnen: Mehr Transparenz in die Arbeit des Jugendamtes bringen | ISUV

  2. WB schreibt:

    Diese Vorwürfe hören wir in den Veranstaltungen, in Gesprächen mit Betroffenen immer wieder und das seit ich dabei bin.

    Solch ein Kodex finde ich gut, hoffe daß es viele JA gibt die dem beitreten wollen.

    WB

  3. isuv schreibt:

    Wichtig ist, dass man zwischen Jugendämtern unterscheidet. Viele machen eine sehr engagierte Arbeit. Wichtig ist, dass Jugendämter „ideologiefrei“ arbeiten. Richtig ist, wenn sie als Anwalt des Kindes agieren.

  4. Günter Mühlbauer schreibt:

    Deutsche Jugendämter erneut am Pranger
    Pressekonferenz im Europäischen Parlament in Brüssel am 01.04.2014

    Trennungseltern aus der ganz Europa versammeln sich am 01.04.2014 vor dem Sitz des Europäischen Parlaments in Brüssel. Eine Kundgebung fand am Luxemburger-Platz statt unter dem Motte „Jugendamt Nein Danke“.
    Am Vormittag gab Philippe Boulland, Leiter der Arbeitsgruppe „Jugendamt“ im Petitionsausschuss eine Presseerklärung über die Zensur der für den 01.04.2014 geplanten Debatte über die deutschen Jugendämter durch die deutschen EU-Abgeordneten

    Später konnte die Behandlung der abgesetzten Diskussion über mehrere Petitionen bei bemerkenswerter Präsenz der internationalen Presse und Zuhörern aus verschiedenen Nationalitäten doch erfolgen. Die Petenten aus verschiedenen Ländern (Italien, Frankreich, Griechenland, Deutschland etc.) bedankten sich mit lang anhaltendem Applaus dafür, dass sie über ihre Familientragödien kurz berichten durften, nachdem Philippe Boulland, Cristina Muscardini, Niccolò Rinaldi die blockierende Haltung der Deutschen hart kritisiert haben, weil diese seit Jahren schon die Debatte über die deutschen Jugendämter immer wieder behindert haben.

    Günter Mühlbauer Sprecher der Trennungseltern

    Fernsehbeitrag Frankreich Fr3

  5. Jürgen Kreth schreibt:

    Warum beschränkt ihr diese Aussage auf des Jugendamt Nürnberg? In unserem Betreuungsgebiet (VAfK „Lippe-Weserbergland e.V.) würde der selbe Text auf die Jugendämter Minden, Hameln und Schaumburg zutrefffen. In Lippe scheint man einen anderen Weg zu gehen.
    Wie können wir zusammen arbeiten? Gibt es bereits eine Kooperation zwischen ISUV, Väternetzwerk und Väteraufbruch für Kinder?

  6. Pingback: “Ein Kodex für die Arbeit des Jugendamtes” | Gleichmass e.V.

  7. Mirosław Kraszewski schreibt:

    Diese Ausführungen halte ich sogar nicht für lustig. Jugendamtsystem ist Einheitlich und Jugendämter unterscheiden sich nicht, agieren ohne jegliche Kontrolle nach dem Prinzip der weltbekannte Denkmale der Tradition, Kultur und Philosophie, welche als Verbrecherich in Polen 1945 verboten wurde. Leider erleben wir die Auferstehung und Restaurierung der Denkmale der deutsche Kultur und Nachbesserungsvorschläge, anstatt konsequente Abschaffung des verbrecherischen Jugendamtsystems im Rahmen der Anpassung an die Weltgemeinschaft – wie abgebildet. http://pl.scribd.com/doc/143894508/Petition-Alberti-Abschaffung-des-Jugendamtsystems

  8. Pingback: Der Fall Manuel Weiß Jugendamt Vechta | Silke Weiß

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